emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 13.04.2022

emcra EU-Fördertipp
Hier erhalten Sie 14tägig kostenlos den EU-Fördertipp. Aktuelle News und vieles mehr ...

Ukraine-Hilfen - ein Überblick für alle, die Hilfe benötigen oder helfen möchten:

Millionen Geflüchtete aus der Ukraine und die Menschen, die sich im Kriegsgebiet aufhalten, brauchen Unterstützung. Viele Menschen und Organisationen in Deutschland und Europa wollen helfen und dafür gibt es eine immer größer werdende Zahl an öffentlichen und privaten Unterstützungen. 

Wir bei emcra bekommen derzeit viele Anfragen zu diesem Thema und auch bei unseren öffentlichen Auftritten, z. B. bei unserem monatlichen kostenfreien Netzwerktreffen oder im Rahmen der Ko-Leitung der Fachgruppe Fördermittel beim Deutschen Fundraising Verband werden wir danach gefragt. Es ist also höchste Zeit, in einem Fördertipp etwas Struktur in die vorhandenen Förderangebote zu bringen und für alle, die sich engagieren möchten, konkrete Förderprogramme vorzustellen.

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 sind fast sieben Wochen vergangen. Niemand kann sagen, wie lange der Krieg dauert und wie sich dieser Konflikt entwickelt. Schon in den ersten Kriegswochen sind einige Sofort-Maßnahmen zur Unterstützung der akuten Herausforderungen veröffentlicht worden. Es kommen im Zeitverlauf weitere Förderangebote hinzu und der Fokus der Förderung wird sich von der akuten Ersthilfe hin zur mittel- bzw. langfristigen Projektförderung auf allen Förderebenen entwickeln.

Gut zu wissen: Wir veröffentlichen in unserer EU Fundraising Gruppe auf XING regelmäßig neue Förderinformationen zum Thema Ukraine. Sie sind herzlich eingeladen, dieses Angebot zu nutzen und gleichzeitig bitten wir Sie, das Forum zu nutzen, um dort selbst auf neue Fördermöglichkeiten oder auch Ihre eigene Hilfsinitiative hinzuweisen. Sie erreichen damit fast 6.500 Gruppenmitglieder.

 

Unser Tipp:

Förderung mit Ukraine-Fokus gibt es bzw. wird es geben vom Bund, den Ländern, den Kommunen, der EU, internationalen Organisationen sowie von privaten Organisationen. Ganz ähnlich ist es auch im Jahr 2015 und 2016 gewesen, als das letzte mal Europa und Deutschland vor der Aufgabe standen, viele Geflüchtete gleichzeitig aufzunehmen. Wir haben für Sie im Folgenden wichtige Fördermittelgeber und zentrale Informationsquellen zusammengestellt: 

 

Hilfsangebote für Geflüchtete in Deutschland

Es gibt schon jetzt eine Vielzahl von konkreten Hilfen für alle, die aus ihrer Heimat flüchten mussten bzw. in der nächsten Zeit nach Deutschland kommen. 

Hilfsangebote aus unterschiedlichen Themenbereichen, u. a. Logistik für praktische Fluchthilfe, Unterkünfte, Versorgung und Grundausstattung, psychologische und medizinische Hilfe, Übersetzungshilfen, Bildung und Arbeit etc. hat der Deutsche Fundraising Verband hier zusammengestellt. 

Viele NGOs wie z. B. MitOst aus Berlin oder auch Bürgerstiftungen aus dem gesamten Bundesgebiet sind ebenfalls gute Ansprechpartner, wenn es um konkrete Hilfe geht. 

Als sehr gute Anlaufstelle für Geflüchtete und für alle, die sich engagieren möchten, empfehlen wir die mittlerweile 20 Houses of Resources in ganz Deutschland. emcra kennt und begleitet die wichtige Basisarbeit dieser aus öffentlichen Mitteln finanzierten Unterstützungsstruktur seit längerem. Es ist gut, dass es solche Angebote jetzt bei uns gibt.

 

Förderung und mehr für Hilfsorganisationen und Ehrenamtliche

 

Stiftungen, Soziallotterien etc. bieten vielfältige Fördermöglichkeiten für Hilfsorganisationen und für Ehrenamtliche im gesamten Bundesgebiet. 

Zwei wichtige Internetressourcen, die diese Unterstützungsstrukturen zum Thema Ukraine sehr umfassend zusammenfassen, möchten wir Ihnen empfehlen:

 

 

 

Förderung für öffentliche bzw. private Unternehmen und für Kommunen, die von der Ukraine-Krise betroffen sind

 

Um die Folgen der Ukraine-Krise für Unternehmen abzufedern, hat die Bundesregierung erste Maßnahmenpakete auf den Weg gebracht. Das ist höchstwahrscheinlich nur der Anfang. Es lohnt sich, hier auf dem Laufenden zu bleiben.Wir berücksichtigen das Thema dementsprechend auch im Rahmen unserer zertifizierten Weiterbildung zur Fördermittelmanager:in für Unternehmen

Wichtige Informationen zum neuen Maßnahmenpaket der Bundesregierung für vom Krieg betroffene Unternehmen, das erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, finden Sie hier. U. a. wird es Zuschüsse für Unternehmen mit hohen Zusatzkosten aufgrund gestiegener Erdgas- und Strompreise sowie Sonderkredit- bzw. Bürgschaftsprogramme geben.

Das spezifische KfW-Sonderprogramm Flüchtlingseinrichtungen unterstützt Kommunen, kommunale Unternehmen und gemeinnützige Organisationen bei der Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine.

 

EU-Förderung für die Ukraine

Wie reagiert die Europäische Union auf die neuen Herausforderungen? Es gibt insbesondere zwei Möglichkeiten, wie Brüssel im Fördermittelbereich aktiv werden kann. 

Erstens kann es Sonderausschreibungen in den bestehenden Brüsseler Aktionsprogrammen wie Erasmus+, Horizont Europa etc. geben bzw. das Thema Ukraine wird als neuer Förderschwerpunkt zu diesen EU-Förderprogrammen hinzugefügt. Diese Vorgehensweise ist sehr wahrscheinlich. Es gibt dafür bereits erste Beispiele, wie die Sonderausschreibung im Förderbereich Jugend für Europa mit der Antragsfrist 4. Mai 2022 zeigt. Auch bei den Mitteln aus dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) ist zu erwarten, dass die Mittel zeitnah ebenfalls für die Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine eingesetzt werden können. 

So hat die EU im Übrigen auch in den Jahren 2015 und 2016 reagiert. Es ist in der Regel so, dass in einer laufenden EU-Förderperiode keine neuen Aktionsprogramme hinzu kommen, sondern die bestehenden Programme so erweitert werden, dass sie neuen Rahmenbedingungen Rechnung tragen.

Unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglich, ist eine zweite Option: Analog zu der Vorgehensweise als Reaktion auf die Corona-Pandemie, als sich die EU auf das zusätzliche Hilfspaket Next Generation EU für die EU-Mitgliedstaaten in Höhe von 750 Mrd. Euro geeinigt hat, ist ein vergleichbares EU-Finanzpaket zumindest denkbar. Das bedeutet aber, dass die EU zusätzliche Schulden aufnehmen müsste. Dieser Weg ist nur wahrscheinlich, wenn die Belastungen durch Flucht und Krieg in Europa so groß werden, dass sie einen ähnlichen Einschnitt in das soziale und wirtschaftliche Leben in der EU verursachen wie die Pandemie seit 2020.

 

Weiter Forschen - Unterstützung für Wissenschaftler:innen und Studierende

Sehr schnell sind Initiativen und Unterstützungsangebote speziell für betroffene Wissenschaftler:innen und Studierende entstanden.

 

ERA4Ukraine ist eine europäische Initiative und bietet ein neues Portal für Wissenschaftler:innen aus der Ukraine.

 

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat in dieser Woche ebenfalls eine neue Webseite der „Nationalen Akademischen Kontaktstelle Ukraine“ gestartet. Dort finden Sie wichtige Informationen für Wissenschaftler:innen und Studierende aus der Ukraine. 

 

Auch die großen deutschen Stiftungen sind in diesem Bereich aktiv. Hier geht es zu den Angeboten der VolkswagenStiftung sowie der Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Bereits 208 konkrete Jobangebote für Geflüchtete aus der Ukraine in laufenden EU-Forschungsprojekten sind auf der neuen Unterseite des EU-Funding and Tenders Portals gelistet (Stand 12.4.22). Ein Wiki erklärt Ihnen, wie ein solches Angebot erstellt wird, wenn Sie selbst eine Stelle anbieten möchten.

 

Wir freuen uns, wenn unsere Informationen einen Beitrag leisten, die Situation in der Ukraine und in Europa zu verbessern. Danke an alle, die Hilfe leisten, und die sich engagieren!

 

 

#emcra_nachhaltig_helfen

 

Wenn eine Krise uns emotional trifft, dann wollen viele Menschen, Unternehmen und Organisationen helfen. Das ist wichtig und gut. Häufig passiert es aber, dass die Herausforderungen immer noch groß sind oder sogar noch viel größer werden, wenn eine Krise aus dem Fokus der Öffentlichkeit verdrängt wird. Und sei es nur, weil eine große gesellschaftliche Herausforderung medial durch eine neue, noch größere verdrängt wird. Wer im Ahrtal seine Existenz wieder aufbauen muss, wer seit Jahren nicht nach Syrien in seine Heimat zurückkehren kann oder wer einen der über hunderttausend deutschen Corona-Todesopfer in der Familie zu beklagen hat, mag mit gemischten Gefühlen auf die Bilder des Leids in der Ukraine blicken. 

 

In allen diesen Krisen kommt es nach der ersten Welle der Hilfsbereitschaft darauf an, mittel- und langfristige Unterstützungsstrukturen aufzubauen, die sich um die Herausforderungen kümmern, wenn bei Markus Lanz oder anderen üblichen Verdächtigen schon wieder das nächste Thema oder der nächste Skandal öffentlich verhandelt wird.

 

Es ist darum z. B. in der aktuellen Krise sehr gut, dass wir in Deutschland seit 2016 bzw. 2020 bereits 20 Houses of Resources haben, die mit Ihrem Know-how gerade jetzt zur Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine sehr wichtig sein können. Die deutsche Politik hat damit eine sehr gut in der Zivilgesellschaft vernetzte Struktur geschaffen, die sich aktuell erneut bewähren kann. Man kann nur hoffen, dass die Houses of Resources auch in Zukunft auskömmlich finanziert werden und sich den gesellschaftlichen Anforderungen entsprechend weiterentwickeln können.

 

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, der allen (Hilfs-)Initiativen nach der ersten Welle der Unterstützungsbereitschaft schnell bewusst wird, ist die notwendige Professionalisierung und die mittel- bis langfristige Finanzierung der Aktivitäten von neugegründeten Strukturen. Um so mehr freuen wir uns, dass die Teilnahme an allen zertifizierten emcra-Weiterbildungen bis zu 100 % aus öffentlichen Mitteln finanziert werden kann. Wir haben in den vergangenen Jahren schon sehr viele Organisationen bei ihrer Organisationsentwicklung begleiten dürfen und freuen uns über die vielen erfolgreichen und schönen Geschichten, in denen berichtet wird, wie aus spontanem Engagement nachhaltiges und erfolgreiches mittel- und langfristiges Wirken für eine lebenswerte Gesellschaft geworden ist.

 

Durch die großzügige Unterstützung der Europäischen Union können wir allen Interessierten darüber hinaus eine umfangreiche Sammlung aus hochwertigen Materialien und Online-Hilfen zur Organisationsentwicklung in mehreren Sprachen kostenfrei zur Verfügung stellen. Aktuell haben wir für Sie Materialien aus den folgenden Themenbereichen im Programm: Europäisierung/europäische Zusammenarbeit, Digitale Transformation, Projektmanagement, Risikomanagement, Work-Based Learning und GRC (Governance/Risikomanagement/Compliance). In Kürze kommen Angebote zu den Themen Inclusive Leadership, Soft-Skills und Künstliche Intelligenz hinzu.

 

PS: Insbesondere langfristiges Spenden hilft und schafft die Basis für die nachhaltige Arbeit von NGOs und Hilfsorganisationen. Nationale und internationale Spendenaufrufe für die Ukraine-Nothilfe zusammengestellt vom Deutschen Fundraising Verband finden Sie hier

 

 

Haben Sie Interesse oder Fragen zu diesen Angeboten? Bitte kontaktieren Sie uns direkt (030/ 3180 1330) oder per E-Mail an info@emcra.eu. Wir Informieren Sie auch gerne über die umfassenden Fördermöglichkeiten, um Ihre Teilnahme zu ermöglichen. Ihre Teilnahme kann bis zu 100 % gefördert werden. Die geförderte Teilnahme ist auch berufsbegleitend möglich, wobei der Arbeitgeber zusätzlich zur Weiterbildungsförderung einen Lohnkostenzuschuss erhalten kann. 

Zurück
Weitere Fragen?

Schreiben Sie uns eine E-Mail an:
info@emcra.eu
oder rufen Sie uns an:

030 31801330