emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 22.06.2022

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Studieren geht über probieren: Stiftungsfundraising:

Fundraising ist nicht gleich Fundraising: Viele Wege führen zur Mittelgewinnung. Sicher haben Sie schon von “klassischem” Fundraising gehört oder tatsächlich selbst etwas gespendet. Von den jungen Leuten auf der Straße, die für Greenpeace und Co. Spendenmitglieder gewinnen möchten, bis hin zur Onlinewerbung auf Social Media oder anderen digitalen Methoden - bei jedem und jeder wurde schon einmal Fundraising betrieben. 

Wenn Sie für Ihre Organisation oder Ihr Projekt Mittel gewinnen möchten, stehen Sie vor einer nicht ganz einfachen Aufgabe: Welche Fundraisinginstrumente stehen mir zur Verfügung und welche passen zu meiner Aufgabenstellung und Situation? Für den vollen Blumenstrauß der Fundraisinginstrumente können Sie das in unserer zertifizierten Weiterbildung zur Fundraising Manager:in erfahren. Einen guten Überblick über die Entwicklung des eigenen Fundraisingportfolios erhalten Sie beispielsweise im Modul zur Fundraisingstrategie. Wie immer lassen sich unsere Module auch frei mit denen anderer Weiterbildungen aus dem Hause emcra kombinieren!

Als kleinen Vorgeschmack möchten wir Ihnen heute eins der etwas komplexeren Fundraisinginstrumente vorstellen: das Fundraising bei Stiftungen. Stiftungen sind zweckgebundene, in der Regel gemeinnützige Organisationen, deren Zweck die Förderung gesellschaftlicher Entwicklungen ist, die ihrem Zweck entsprechen. So haben Stiftungen eine lange Tradition als Hebel gesellschaftlicher Mitgestaltung und wurden vor allem in gesellschaftlichen Umbruchphasen gegründet, beispielsweise nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Es gibt heute über 20.000 rechtsfähige Stiftungen in Deutschland: allein 2020 wurden über 700 neu gegründet. 

Die größte Herausforderung im Stiftungsfundraising ist daher schlichtweg, die richtige zu finden. Dafür möchten wir Ihnen heute einige Tipps an die Hand geben!

Unser Tipp:

Bei Stiftungen gilt: Studieren geht über probieren. Eine fundierte Recherche vermeidet Frustration beim Antragsprozess mit der “falschen” Stiftung und spart auf lange Sicht viel Zeit. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie genau Stiftungen ticken.

 

Was für eine Organisation ist eine Stiftung?

 

Prinzipiell sind Stiftungen stets mitgliederlose Organisationen. Sie besitzen eine (öffentlich einsehbare) Stiftungssatzung, in der ein bestimmter Verwendungszweck der Stiftungsmittel festgelegt ist.

 

Stiftungen sind geprägt vom “Ewigkeitsgedanken”. Das bedeutet, dass ihr Kapital unbefristet zur Verfügung steht. Es gibt kein Mindest- oder Maximalkapital, das einer Stiftung zur Verfügung stehen muss bzw. darf. Dementsprechend gibt es gewaltige Unterschiede bei den Mitteln, die einzelnen Stiftungen zur Verfügung stehen.

Jede Stiftung muss, gesetzlich vorgeschrieben, einen Vorstand haben. Andere Gremien können freiwillig auch existieren, wie zum Beispiel ein Kuratorium oder anderweitiges Programm-Management. 

Jede Stiftung hat also:

  • einen festgelegten Zweck;

  • ein Stiftungsvermögen;

  • ein Entscheidungsgremium.

Informationen zu alledem sind in der Regel öffentlich einzusehen. Nutzen Sie jene Parameter also bei der Entscheidung, welche Stiftung Sie als Partner für Ihre Organisation oder Ihr Projekt involvieren möchten.

Was für Stiftungen gibt es?

Grundsätzlich lassen sich Stiftungen in operative, fördernde und “Mischformen” unterteilen. Eine operative Stiftung führt eigene Projekte durch, eine fördernde unterstützt Projekte Dritter, und eine Mischform tut beides. Fürs Fundraising kommen also insbesondere fördernde und Mischformen infrage.

 

Darüber hinaus gibt es fünf Arten von Stiftungen: gemeinnützige Stiftungen, private Stiftungen, Familienstiftungen, Unternehmensstiftungen und politische Stiftungen. Schon hier lassen sich schnell unpassende Kandidaten für die eigene Organisation ausschließen, beispielsweise durch die politische Orientierung.

 

Stiftungen sind in aller Regel entweder rechtsfähig gemäß des bürgerlichen Rechts oder des kirchlichen Rechts. Auch die kirchliche Orientierung kann ein Faktor in Ihrer Entscheidung sein, an welche Stiftungen Sie sich wenden möchten.

 

 

Fast wie Fördermittel?

Tatsächlich gleicht das Stiftungsfundraising oft eher einem Förderantrag bei der EU als den klassischen Methoden des Fundraisings. 

In der Regel hat jede Stiftung bestimmte Richtlinien zur Antragstellung und macht Vorgaben in ihren Ausschreibungen, die einzuhalten sind. Das resultiert primär aus der begrenzten Verfügbarkeit von Mitteln bzw. Budget und dem bisweilen hohen Wettbewerb der Bewerber:innen um die knappen Mittel. Auch die Zweckbindung der Gelder ist ein Merkmal, das sich Stiftungen mit öffentlichen Fördermitteln teilen. Bei anderen Fundraisingmethoden kann es oft auch der Fall sein, dass die an eine Organisation gespendeten Taler nicht an eine bestimmte Aktion gebunden sein müssen.

 

Es braucht also, ähnlich der Beschäftigung mit Fördermitteln, zunächst einmal einen etwas höheren Recherche- und Lernaufwand, um bei Stiftungen um Mittel zu werben. Allerdings lohnt sich dieser Aufwand für einige Organisationen oft auch finanziell mehr als klassisches Fundraising, da weniger strategische Vorüberlegungen nötig sind und mit einem einzigen Antrag bei der richtigen Stiftung bisweilen schon recht hohe Unterstützungssummen, und im allerbesten Fall eine jahrelange Zusammenarbeit, möglich werden.

Außerdem gilt häufig auch bei Stiftungen ebenso wie bei fast allen Fördermitteln: Es gibt nur sehr selten 100 %-Finanzierungen. Fast immer müssen Sie noch anderweitig Finanzmittel aufbringen.

 

Was fördern Stiftungen besonders gerne?

Stiftungen möchten in der Regel Neuerungen anregen, Eigeninitiative fördern oder in Notlagen helfen. Zu diesem Zweck bevorzugen sie Anschubfinanzierungen, Innovationen, Modellprojekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Stipendien, Preise und Wettbewerbe.

Es hilft also, sich während des Antragsprozesses an diesen “Formaten” zu orientieren: Haben Sie konkrete Maßnahmen im Blick, die in der Zukunft oder schon jetzt von der Stiftung unterstützt werden können und betonen Sie die Dringlichkeit Ihrer Arbeit, im Einklang mit dem Stiftungszweck und den finanziellen Möglichkeiten der Stiftung. Setzen Sie dieses Puzzle schon im Antrag für die Gutachter:in bei der Stiftung zusammen, haben Sie Ihren Mitbewerber:innen schon einiges voraus.

 

Wie und wo finde ich die richtige Stiftung?

20 % der Stiftungen in Deutschland erhalten 80 % der Förderanträge. Es ist also von Vorteil, wenn Sie sich eine der weniger bekannten Stiftungen suchen, die aber umso besser mit Ihren Zielen übereinstimmt. Von Vorteil sind hier, wie so oft im Leben, persönlicher Kontakt zur Stiftung, regionale Nähe, gute Themendeckung und positive Erfahrungen bei vergangenen Kontakten miteinander.

Eine erste Suche unternehmen Sie am besten über die Datenbank des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Lokale Stiftungen lassen sich auch gut über die Stiftungsverzeichnisse der jeweiligen Bundesländer recherchieren, hier zum Beispiel für Nordrhein-Westfalen und hier für Berlin.

 

#emcra_wieder_unterwegs

 

Die Tage werden wärmer (bei uns in Berlin vielleicht schon wieder zu warm) und das Reisen in unseren EU-Projekten ist wieder möglich. Klar, per Videokonferenz lässt sich auch einiges sehr gut klären, Ressourcen und Umwelt werden geschont und es ist einfacher, einen Termin zu finden. Allerdings bietet der direkte Austausch, vor allem in den vielen Gesprächen am Rande von Veranstaltungen, Seminaren oder Konferenzen, einzigartige Möglichkeiten, gemeinsam neue Ideen und Kooperationen zu entwickeln. Auch über die Projektlaufzeit hinaus.

 

Letzte Woche machten wir uns auf die abenteuerliche Reise ins ferne Sligo, am anderen Ende der EU in Irland, um das letzte offizielle Projekttreffen im Rahmen unseres EU-Projektes P3express abzuhalten. Neben interessanten Workshops zur künftigen Weiterentwicklung unseres Projektmanagement-“Babys” hatten wir die Möglichkeit, uns persönlich besser kennenzulernen - beim Makrelenfischen auf hoher See zum Beispiel! Das stärkt persönliche Bande (und auch den einen oder anderen aufgebrachten Magen) und resultiert in lang anhaltenden internationalen Freund- und Partnerschaften. Wer schon mal gemeinsam auf einem wankenden Kutter Angelruten ausgeworfen hat, weiß, dass aufeinander auch bei Wind und Wetter Verlass ist.

 

P3express ist ein frei verfügbares und leicht zu erlernendes Projektmanagementsystem, das wir, unterstützt vom EU-Programm Erasmus+ und unseren internationalen Partner:innen, mitentwickeln durften. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf das ausführliche, in 20 Sprachen übersetzte Online-Handbuch und den innovativen kostenlosen, interaktiven eLearning Kurs sind wir besonders stolz. Mittlerweile ist es auch möglich, sich offiziell für p3express zertifizieren zu lassen oder mit den ausführlichen Info- und Lernmaterialien für Trainer:innen selbst P3express zu lehren. Außerdem werden wir im Laufe dieses Sommers das Projekt mit einer Reihe von Konferenzen in mehreren EU-Ländern abrunden.

 

Nähere Infos folgen hier in unseren Fördertipps, auf unseren Social Media Kanälen und natürlich auch auf unserer Website.https://forms.gle/kEZDA3VBAQ23KAmd6 Unverbindlich Interesse bekunden können Sie aber schon jetzt über dieses Formular. Wir melden uns dann direkt bei Ihnen mit den neuesten Infos zum Event!

 

Wir freuen uns schon jetzt auf das Event und darauf, die P3express Community mit Ihnen gemeinsam zu erweitern.

 

 

Haben Sie Interesse oder Fragen zu diesen Angeboten? Bitte kontaktieren Sie uns direkt (030/ 3180 1330) oder per E-Mail an info@emcra.eu. Wir Informieren Sie auch gerne über die umfassenden Fördermöglichkeiten, um Ihre Teilnahme zu ermöglichen. Ihre Teilnahme kann bis zu 100 % gefördert werden. Die geförderte Teilnahme ist auch berufsbegleitend möglich, wobei der Arbeitgeber zusätzlich zur Weiterbildungsförderung einen Lohnkostenzuschuss erhalten kann

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