Sieben Jahre finanzielle Planbarkeit in unsicheren Zeiten! Was bringt die neue EU-Förderperiode und was erwartet uns im Förderjahr 2021?

06.01.2021, 09:08

Sie ist pünktlich gestartet – die neue EU-Förderperiode von 2021 bis 2027. Am Ende war es wie immer in den letzten Jahrzehnten: Es wurde ein Kompromiss gefunden und das geduldige Warten hat sich gelohnt. Alle Akteure in Europa, ob aus dem Unternehmens- oder dem Non-Profit-Sektor sowie Gebietskörperschaften und öffentliche Organisationen, haben jetzt wieder sieben planbare Jahre vor sich. Das ist ein großer Vorteil gerade in unserer unsicheren Zeit.

Krisenzeiten sind immer auch Förderzeiten: Das gilt für Deutschland und auch für die EU. Durch das neue Wiederaufbau-Instrument Next Generation EU stehen in den nächsten Jahren mehr als 1.800 Mrd. Euro zur Verfügung. Insgesamt ist das fast doppelt so viel wie in der vergangenen Förderperiode und ein Großteil der Gelder wird in den ersten Jahren der siebenjährigen Periode vergeben. Einige Anregungen, wie Sie schon im Jahr 2021 von den neuen Fördermöglichkeiten profitieren können, erhalten Sie weiter unten in diesem Fördertipp.

War sonst noch etwas? Ja, der Brexit wurde nun endgültig vollzogen. Das Vereinigte Königreich beteiligt sich darum an der neuen Förderperiode (fast) gar nicht mehr. Beim Programm Horizon Europe möchten die Briten weiter mitmachen. Dagegen wird bei Erasmus+ argumentiert, dass dieses Programm für Großbritannien zu teuer sei. Etwas mehr Aufrichtigkeit seitens der britischen Regierung könnte nicht schaden. Erasmus+ kostet die britischen Steuerzahler*innen nur einen Bruchteil von Horizon Europe.

Was steckt also tatsächlich hinter der Entscheidung gegen Erasmus+? Sie signalisiert, dass Erasmus+ wirkt und funktioniert. Das Programm hat tatsächlich dazu beigetragen, dass auf der Insel und auf dem Kontinent junge oder ältere Bürger*innen europäischer denken und leben als früher. Das genau möchte die Brexit-Regierung aber nicht. Die Entscheidung gegen Erasmus+ zeigt die nationalistische englische (sic!) politische Agenda jenseits des Kanals. Wir bei emcra bedauern das. Fakt ist aber auch, dass durch den Austritt Großbritanniens in der EU27 Integrationsschritte möglich werden, die mit dem Vereinigten Königreich nur schwer vorstellbar gewesen wären. Das beste Beispiel dafür ist das Corona-Wiederaufbauinstrument Next Generation EU, das mit der aktuellen Regierung in London sehr wahrscheinlich nicht zustande gekommen wäre.

 

Unser Tipp: Auch auf das Förderjahr 2021 hat der Brexit direkte Auswirkungen. Das höhere EU-Budget steht jetzt für 27 statt vorher 28 Staaten zur Verfügung. Was bringt das neue EU-Förderjahr 2021 sonst noch? V. a. viele neue Fördermöglichkeiten; einige davon starten sofort und bei anderen müssen wir noch etwas Geduld haben. Hier folgen wichtige Informationen dazu und erste Antragschancen, die schon jetzt auf Sie warten:

1. Um Ihnen zu zeigen, dass Sie ab sofort aufmerksam sein sollten, fangen wir mit sechs interessanten AMIF-Ausschreibungen an, die zwar noch aus dem EU-Budget 2014-2020 finanziert werden, deren Deadline aber am 16. Februar 2021 liegt. Im Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU (AMIF) geht es also ohne Pause im Jahr 2021 weiter. Hier finden Sie die Informationen zu den zurzeit offenen AMIF-Ausschreibungen.

2. Auch im Bereich Umwelt und Klima gibt es aktuell eine EU-Ausschreibung mit einem Budget von insgesamt 100 Mio. Euro und der Deadline am 10. März 2021. Der Zuschuss liegt zwischen 2,5 und 7,5 Mio. Euro für Projekte mit dem Fokus auf innovative kohlenstoffarme Technologien. Hier geht´s direkt zu den Informationen.

3. Bei den neuen Brüsseler Aktionsprogrammen, also u. a. Horizon Europe oder Erasmus+, dauert es auch nicht lange, bis die ersten Ausschreibungen der neuen EU-Förderperiode starten. Z. B. bei Erasmus+ rechnen wir mit den „normalen“ jährlichen Einreichungsterminen im ersten Quartal 2021. Warum aktuell ein besonders guter Zeitpunkt ist, sich insbesondere mit den neuen Brüsseler Aktionsprogrammen zu beschäftigen, haben wir im emcra Fördertipp vom 4. November 2020 thematisiert. Es lohnt sich, da nochmal nachzulesen.

4. Deutschland wird auch von dem 750 Mrd. Euro umfassenden Corona-Wiederaufbaupaket Next Generation EU profitieren. Es ist absehbar, dass ein Großteil der deutschen Fördermittel aus Next Generation EU in die Themenfelder Digitalisierung und Anpassung an den Klimawandel investiert werden. Die genaue Verteilung der deutschen Mittel, immerhin ca. 25 Mrd. Euro, wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 feststehen. Wir werden im emcra Fördertipp darüber berichten. Mehr zu den Chancen, die sich Ihnen insbesondere durch die sog. „Aufbau- und Resilienzfazilität“ und den neuen „Fonds für einen gerechten Übergang“ bieten, finden Sie im emcra Fördertipp vom 23. September 2020.

5. Wie immer wird etwas mehr Geduld bei den neuen EU-Strukturfonds, also v. a. beim neuen ESF Plus (Europäischer Sozialfonds Plus) und beim neuen ERFE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) nötig sein. Sowohl der Bund als auch die Länder werden neue ESF-Ausschreibungen aller Voraussicht nach nicht vor dem Sommer veröffentlichen. Es lohnt sich aber, den Programmplanungsprozess aktiv zu begleiten, um im Herbst 2021 startklar für die Antragstellung zu sein. Die besten Info-Seiten im Netz finden Sie, wenn Sie Ihr jeweiliges Bundesland und den dazugehörigen Fonds als Suchwörter eingeben. Alle Länder und auch der Bund haben teilweise umfangreiche Informationen zusammengestellt.

Einen guten Start ins neue Jahr 2021 und in die neue EU-Förderperiode wünschen Ihnen Anna, Fabian, Heike, Klaus, Maja, Martin, Mika, Sarah und Stephie.

 

#emcra 2021

Wir bei emcra wollen Europa und ein europäisches Deutschland auch im kommenden Jahr weiter aktiv mitgestalten. Wir werden uns z. B. erneut an europäischen Ausschreibungen beteiligen. Unsere Teilnehmenden in unseren zertifizierten emcra Weiterbildungen profitieren u. a. davon, weil wir dadurch immer aus erster Hand aus der Fördermittelpraxis berichten können.

Das gesamte Fördermittel- und Fundraising Knowhow aus einer Hand: Mit dem Start unserer Weiterbildung zur emcra Fundraising Manager*in im März 2021 nehmen wir die klassischen Fundraisinginstrumente wie z. B. Spenden in unser Weiterbildungsportfolio auf. emcra wird damit zum einzigen Weiterbildungsanbieter in Deutschland, der alle Themen aus den Bereichen Fundraising und Förderung mit insgesamt vier zertifizierten und praxisnahen Weiterbildungen abdeckt.

Wenn Sie möchten, können Sie unsere Weiterbildungsangebote auch ganz individuell nach Ihren spezifischen Wünschen zusammenstellen. Wählen Sie einfach aus unseren 19 thematischen Seminar-Modulen die Inhalte aus, die für Sie bzw. für Ihre Organisation aktuell am wichtigsten sind. Hier finden Sie alle zertifizierten Weiterbildungen bzw. Seminare. Oder Sie kontaktieren uns direkt telefonisch (030/ 3180 1330) bzw. per Mail (info@emcra.eu). Wir beraten Sie sehr gerne. Ihre Teilnahme an allen Weiterbildungen und an allen Seminar-Modulen kann bis zu 100 % gefördert werden.

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