From Europe with Love - die EU-Außenhilfeinstrumente

24.01.2024, 11:39

Die EU gibt ihre Fördermittel nicht nur für die eigene Entwicklung aus. Ein relevanter Teil wird jedes Jahr für die Entwicklung außerhalb der Grenzen der 27 Mitgliedsstaaten bereitgestellt. Wenn Sie global unterwegs sind oder darüber nachdenken, in Zukunft außerhalb der Grenzen der EU aktiv zu werden, dann sollten Sie einen Blick auf die sog. EU-Außenhilfeinstrumente werfen. 

Dieser Förderbereich ist gleichzeitig eine der drei zentralen EU-Fördersäulen, die wir bei emcra unterscheiden, um Ihnen die Arbeit mit EU-Förderung zu erleichtern. Im Bereich Außenhilfe kooperieren Organisationen aus der EU, also in Zukunft ggf. auch Sie, mit Akteuren aus Staaten außerhalb der EU bzw. diese Organisationen sind außerhalb der EU-Grenzen tätig. Das Gesamtbudget in diesem Bereich liegt für die aktuelle EU-Förderperiode bis 2027 bei ca. 98 Mrd. Euro. 

Wenn Sie mehr über die drei Säulen der EU-Förderung erfahren möchten oder sich gezielt auf die Arbeit mit EU-Fördermitteln jenseits der nationalen Grenzen vorbereiten möchten, dann empfehlen wir Ihnen unser kostenfreies Tool upgrade2europe, das wir vor kurzem für Sie freigeschaltet haben. Dieses Projekt wurde übrigens auch mit EU-Fördermittteln umgesetzt. Die drei Säulen der EU-Förderung werden hier genauer erklärt.

Wer richtig in die EU-Außenhilfestrukturen einsteigen möchte, ist bei unserem zertifizierten Seminar EU-Projekte weltweit umsetzen (nächster Termin: 25. bis 27. März 2024) genau richtig. Erfahrene EU-Außenhilfeexpert:innen nehmen Sie mit auf eine globale Fördermittelreise und zeigen Ihnen, was mit Unterstützung der EU möglich ist. Der Clou: Ihre Teilnahme an dem Seminar kann zu 100 % ebenfalls gefördert werden. Wir sagen Ihnen in einem persönlichen Gespräch gerne, wie das funktioniert.

 

Unser Tipp:

Die EU ist der weltweit größte Geldgeber in der Entwicklungszusammenarbeit und kooperiert mit über 170 Staaten. In diesem Fördertipp stellen wir Ihnen u. a. das wichtigste Förderprogramm der EU-Außenhilfe vor, geben Tipps zur strategischen Fördermittelrecherche und erklären Ihnen, wie Sie ein Außenhilfeprojekt so entwickeln, dass Ihre Förderchancen steigen.  

 

NDICI (Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument)

NDICI (Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument) ist das mit Abstand größte und für die meisten Antragsteller:innen auch das spannendste Förderinstrument der EU-Außenhilfe, wenn es um Projekte der Entwicklungszusammenarbeit aber auch andere Formen der globalen Zusammenarbeit geht.

In der aktuellen EU-Förderperiode von 2021 bis 2027 wurden mehrere EU-Außenhilfeprogramme zu einem Instrument zusammengefasst: NDICI, das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit. Verwaltet wird NDICI (auch als “Global Europe” bekannt) von der Generaldirektion Internationale Partnerschaften. 

NDICI ist bis 2027 mit ca. 79,5 Milliarden Euro ausgestattet. Der größte Anteil fließt den sog. geographischen Programmen zu: 60,38 Mrd. Euro. Dazu kommen  6,36 Mrd. Euro für sog. thematische Programme und 3,18 Mrd. Euro wurden für einen Krisenreaktionsmechanismus reserviert. Darüber hinaus hat die EU 9,53 Mrd. Euro als finanzielles "Polster" ausgewiesen. 

Die geografischen Programme sind der mit Abstand größte Bereich. Das heißt, dass der größte Teil der Mittel für einzelne Staaten oder in spezifischen Großregionen außerhalb der 27 EU-Mitgliedstaaten verwendet wird. Darin enthalten sind mindestens 19,32 Mrd. Euro für die Nachbarländer der EU. Der Rest ist für Afrika südlich der Sahara (knapp 30 Mrd. Euro), Asien und den Pazifik (8,5 Mrd. Euro) sowie für Amerika und die Karibik (3,4 Mrd. Euro) bestimmt.

Bei den thematischen Programmen stehen Themen wie Menschenrechte und Demokratie, Frieden, Stabilität und Konfliktverhütung im Mittelpunkt. Das bietet gute Ansatzpunkte für zivilgesellschaftliche Organisationen, sowohl aus der EU als auch aus anderen Regionen der Welt, denn oftmals arbeiten Akteure aus der EU mit Akteuren aus Drittstaaten im Rahmen der Außenhilfeförderung zusammen.  

Die NDICI-Förderungen sind in das Funding- und Tender-Portal der EU integriert. Unter EU External Action finden Sie dort alle NDICI-Ausschreibungen und erfahren mehr über die konkreten Bedingungen der Finanzierung.

 

EU-Förderpolitik verstehen

Natürlich können Sie direkt mit den für Sie spannendsten EU-Ausschreibungen aus dem Funding- und Tender-Portal beginnen. Wir raten Ihnen jedoch, einen kleinen Umweg zu gehen. Um inhaltlich sinnvolle Förderanträge - nicht nur in der EU-Außenhilfe - verfassen zu können, benötigen Sie ein Basiswissen darüber, was die EU mit ihrer globalen Förderpolitik erreichen möchte. 

Wir empfehlen daher, Ihre Fördermittelrecherche in eine allgemeine politische Recherche rund um den relevanten Politikbereich zu integrieren. Wenn Sie also Fördermittel im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit recherchieren, sollten Sie sich ebenso für die entwicklungspolitischen Ziele, Debatten und Entwicklungen in der EU interessieren. 

Diese “Extraschleife” bei der Recherche birgt zwei Vorteile: Erstens erhöhen Sie damit ihre Erfolgschancen bei der Antragstellung, weil Sie die Ziele und Schwerpunkte der EU-Politik in Ihren Antrag besser einbinden können. Zweitens können Sie durch eine gut informierte politische Analyse mögliche Entwicklungen in der Förderlandschaft antizipieren und Ihre Organisation strategisch darauf ausrichten. Es wäre beispielsweise wenig überraschend, wenn die EU-Außenhilfe in der kommenden EU-Förderperiode ab 2028 weiter aufgewertet wird. U. a. könnte die Förderung für die Ukraine als potenzieller EU-Mitgliedstaat stark steigen. Hinzu kommt die sich global weiter verschärfende Systemauseinandersetzung zwischen demokratisch-pluralistischen und autoritären bzw. diktatorischen Regimen. Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um vorherzusehen, dass es im Interesse der EU ist, möglichst viele Staaten und Regionen von dem europäischen Modell zu überzeugen. Ohne zusätzliche finanzielle Mittel und Anreize wird das nicht funktionieren. 

Wie können Sie konkret vorgehen? Werfen Sie einen Blick auf die Liste der Maßnahmen und Themenbereiche der EU. Hier finden Sie eine kurze Einführung in die EU-Politik im jeweiligen Themenfeld sowie neueste EU-Nachrichten und relevante Veröffentlichungen, u. a. in den Bereichen “Außen- und Sicherheitspolitik”, “Entwicklung und Zusammenarbeit” oder “Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz”. In den meisten Fällen finden Sie direkt unter jedem Thema auch Links zu einschlägigen Förderprogrammen. 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie am besten zu einzelnen EU-Politikbereichen recherchieren, dann hilft Ihnen dabei auch unser upgrade2europe Tool weiter. Hier geht´s direkt zu den Recherchetipps.

 

Wie unterstützt die EU die Ukraine?

Der Überfall Russlands auf die Ukraine jährt sich in wenigen Wochen bereits zum zweiten Mal. Die EU unterstützt die Ukraine seit Kriegsbeginn. Im ersten Jahr nach der Invasion hat die EU der Ukraine beispielsweise mehr als 67 Mrd. Euro als wirtschaftliche, humanitäre und militärische Hilfe zur Verfügung gestellt. 

Ein gutes Sprungbrett, um die verschiedenen Aspekte der EU-Ukraine-Unterstützung und deren aktuelle Entwicklungen zu erfassen, ist die Webseite EU-Hilfe für die Ukraine

Einen Einblick in die gegenwärtigen europäischen Vorstellungen und Planungen für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Ende des Krieges finden Sie auf den Webseiten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates.

Welche Akteure sind verantwortlich für die Außenhilfe?

Alle, die direkt nach den Verantwortlichen für die EU-Außenhilfe suchen, möchten wir auf die drei Generaldirektionen der Europäischen Kommission verweisen, die sich die Aufgaben in der EU-Außenhilfe teilen:

Ebenfalls relevant sind die Dienststelle Außenpolitische Instrumente (Foreign Policy Instruments) der Kommission sowie die EU-Delegationen, also die diplomatischen Vertretungen der Europäischen Union weltweit. Bitte beachten Sie: Förderungen werden in enger Zusammenarbeit, zuweilen auch federführend, von diesen Delegationen abgewickelt. Wenn Sie in Ihrer Arbeit einen regionalen Schwerpunkt haben bzw. anstreben, sollten Sie die für Sie relevanten EU-Delegationen kennen.

LogFrame - der internationale Goldstandard

Der Logical Framework Approach (LFA - oder auch Logframe) ist eine Methode zur Planung, Steuerung, Kontrolle und Evaluierung von Projekten. Kernstück der Methode ist die Logical Framework Matrix oder kurz LogFrame-Matrix. Der LFA ermöglicht es, Projektvorhaben in einem geordneten Vorgehen zu analysieren und zu organisieren.

Der Logical Framework Approach hat sich zu einer Standardmethode im Bereich der internationalen Kooperation entwickelt, insbesondere in der Entwicklungszusammenarbeit.

Bei EU-Projekten sollte die LogFrame-Matrix unbedingt genutzt werden, weil die Förderanträge der EU im Kern den Grundlagen dieses Ansatzes folgen. Wer in der Lage ist, ein Förderprojekt entsprechend der LogFrame-Matrix zu entwickeln, hat bessere Förderchancen. Gleichzeitig ist es mit dieser Vorarbeit sehr viel leichter, einen EU-Förderantrag ordnungsgemäß auszufüllen.

Der LFA besteht aus einer Analyse- und einer Planungsphase. Die Analysephase beinhaltet die Instrumente Stakeholderanalyse, Problemanalyse, Zielanalyse und Strategieanalyse. Den Kern der Planungsphase bildet die Erarbeitung der Logical Framework Matrix.

Die Logical Framework Matrix ist in der Regel eine 4×4-Matrix, mit der systematisch Projektelemente aufeinander abgestimmt und deren Konsistenz überprüft wird. Die Zeilen des LogFrames beschreiben von oben nach unten die vier Stufen der Zielhierarchie eines Projektes: 1. Hauptziel (Impact), 2. Projektziel (Outcome), 3. Ergebnisse (Output) und 4. einzelne Aktivitäten.

Eine ausführliche Einführung in sämtliche Schritte bei der Arbeit mit dem LFA finden Sie im upgrade2europe Handbuch (Seiten 254 bis 275). Wer es interaktiver mag und sich explizit auf die Beantragung von Außenhilfeprojekten fokussieren möchte, besucht unser emcra Seminar EU-Projekte weltweit umsetzen – Projektentwicklung und Antragstellung für die EU-Außenhilfeinstrumente.

Die ganze Welt steht Ihnen offen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit den EU-Außenhilfeinstrumenten.

#emcra_sucht_Kolleg:in

Wir suchen zur Erweiterung unseres Teams eine neue Bildungsreferent:in. Was solltest Du dafür mitbringen? Es trifft sich gut, dass dieser Fördertipp ebenfalls von einem emcra Bildungsreferenten geschrieben wurde. Jan-Lukas ist bei uns für die Weiterbildung zur EU-Fundraiser:in zuständig und hat seine Stelle im vergangenen August angetreten. 

Das kann Jan-Lukas Euch zur Stelle einer Bildungsreferent:in bei emcra sagen: Je nachdem, wie viele Stunden du arbeiten möchtest bzw. welche weiteren Fähigkeiten und Interessen Du mitbringst, kannst Du eine oder auch mehrere Weiterbildungen bei uns verantworten. 

Bildungsreferent:in zu sein, bedeutet konkret: Immer einen Blick auf die bevorstehenden Weiterbildungsmodule haben, mit externen Referent:innen und den Spezialist:innen im emcra Team in Kontakt sein, die Teilnehmenden betreuen und auf der administrativen Seite dafür sorgen, dass wir alle Anforderungen, die wir aufgrund unserer Zertifizierung zu erfüllen haben, einhalten. 

Anders gesagt: Du hast den Hut auf und leitest eigeninitiativ und -verantwortlich Deine Weiterbildung. Dabei lassen wir Dich am Anfang natürlich nicht allein, sondern arbeiten Dich Schritt-für-Schritt in alle Bereiche ein. Jan-Lukas berichtet, dass er supernett eingearbeitet wurde :). Nach zwei Monaten konnte er das allermeiste bereits selbstständig umsetzen. Mittlerweile hat er nur noch wenige Fragen. 

Inhaltlich musst Du nicht alles wissen, dafür haben wir eine Vielzahl an internen und externen Fachdozent:innen in unserem Team. Erfahrungen im Bereich Förderung oder Fundraising sind jedoch immer von Vorteil und wir wünschen uns von Dir ein ausgeprägtes Interesse an den Themen und Inhalten, für die emcra steht. Praktisch wäre es z. B., wenn du selbst emcra-Alumni bist und unsere Weiterbildungen bereits aus der Perspektive der Teilnehmenden kennst.

Uns ist wichtig, dass Du gut in unser Team passt und wir zu Dir! Aktuell hat emcra zehn fest angestellte Mitarbeiter:innen. Wir unterstützen uns einander, vertreten uns im Krankheits- oder Urlaubsfall. Man muss auch mal ans Telefon gehen, wenn die Kollegin gerade im Stau feststeckt, oder etwas zur Post bringen, wenn die anderen im Homeoffice sind. Wir entwickeln uns seit Jahren in Richtung eines inklusiven Organisations- und Führungsstils weiter, dessen Grundlagen wir z. B. in unserem INCLUDE Handbuch im Detail skizziert haben. Ganz praktisch bedeutet das u. a., dass wir Dich als gesamtes Team kennenlernen möchten und auch gemeinsam im Team entscheiden, ob wir zusammenpassen. Später bist Du dann auch dabei und entscheidest bei wichtigen Fragen unserer Organisationsentwicklung mit. 

Klingt das OK für Dich? Dann melde dich gerne! Rufe uns an (030 - 3180 1330) oder schreibe an info@emcra.eu. Wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen! 

 

Haben Sie Interesse oder Fragen zu diesen Angeboten? Bitte kontaktieren Sie uns direkt (030/ 3180 1330) oder per E-Mail an info@emcra.eu. Wir informieren Sie auch gerne über die umfassenden Fördermöglichkeiten, um Ihre Teilnahme zu ermöglichen. Ihre Teilnahme kann bis zu 100 % gefördert werden. Die geförderte Teilnahme ist auch berufsbegleitend möglich, wobei der Arbeitgeber zusätzlich zur Weiterbildungsförderung einen Lohnkostenzuschuss erhalten kann.

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