emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 24.07.2019

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EU-Förderung verstehen - die drei Bereiche der EU-Förderung, die Sie kennen und unterscheiden müssen:

In unseren Seminaren und Weiterbildungen legen wir sehr viel Wert darauf, dass alle Teilnehmenden die Fördermittel-Grundstruktur der EU wirklich verstehen. Den meisten Neulingen im EU-Förderdschungel spart allein dieses Wissen viele Arbeitstage und damit mindestens einen vierstelligen Euro-Betrag, den sie ansonsten bei der oftmals vergeblichen Suche nach passenden EU-Förderinstrumenten einsetzen würden.

Dabei ist es gar nicht schwer, die Struktur der EU-Fördermittelvergabe zu verstehen. Sie müssen sich nur die Mühe machen, in die EU-Fördersystematik einzutauchen. Die Regeln sind dabei ähnlich wie bei der Geldanlage: Lassen Sie sich nichts aufschwatzen, was Sie nicht verstehen!

Wie ist die EU-Förderung strukturiert? Wir können – etwas vereinfacht - drei zentrale Förderziele der EU identifizieren:

1. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen und Unternehmen aus den EU-Mitgliedstaaten soll gefördert werden, um gemeinsam bessere Lösungen zu erarbeiten.

2. Organisationen und Unternehmen aus der EU sollen mit und in Staaten außerhalb der EU kooperieren bzw. außerhalb der EU tätig werden.

3. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in allen Regionen der EU soll gefördert werden. Dabei geht gezielt mehr Förderung in die Regionen, die wirtschaftlich weniger entwickelt sind.

Es kommt darauf an, das EU-Fördermittelsystem zu verstehen. Haben Sie dieses erst einmal durchschaut, ist es einfach, sich einen gangbaren Weg durch den EU-Förderdschungel zu schlagen.

 

Unser Tipp: Entsprechend der drei Förderziele gliedert sich die Fördermittelstruktur der EU in drei Bereiche bzw. drei Säulen. Wer diese drei Bereiche unterscheiden kann, spart viel Zeit und Nerven bei der Recherche und kommt schneller zum Ziel. Die drei Hauptsäulen der EU-Förderung sind:

1. „Brüsseler Aktionsprogramme“ mit Förderprogrammen wie Horizont 2020, Erasmus+ Kreatives Europa, LIFE etc.

Was sind die wichtigsten Charakteristika im Bereich der „Brüsseler Aktionsprogramme“?

+ Vorrangig werden grenzüberschreitende Projekte innerhalb der EU-Mitgliedstaaten gefördert.

+ Mehrere Organisationen oder Unternehmen arbeiten in europäischen Partnerkonsortien zusammen, i. d. R. mindestens 3 Partnerorganisationen aus mindestens 3 Staaten.

+ Es gibt überwiegend Wettbewerbs-Ausschreibungen mit einheitlichen Regeln und Vorgaben für das gesamte EU-Gebiet. Die am besten bewerteten Anträge werden gefördert.

+ Förderanträge werden hauptsächlich in Brüssel eingereicht, die Antragstellung kann aber teilweise z. B. auch über sogenannte Nationale Agenturen in den Mitgliedstaaten erfolgen.

+ Überwiegend ist die Antragssprache Englisch, teilweise sind jedoch auch andere Sprachen wie Deutsch möglich.

2. „EU als globaler Akteur – Außenhilfeinstrumente“ mit dem Europäischen Nachbarschaftsinstrument, dem Instrument für Entwicklungszusammenarbeit etc.

Was sind die wichtigsten Charakteristika im Bereich der „Außenhilfeinstrumente“?

+ Es werden Projekte in einem sog. Drittstaat sowie grenzüberschreitende Projekte außerhalb der EU gefördert. Drittstaaten sind alle Länder, die nicht EU-Mitglied sind.

+ In der Regel arbeiten mehrere Organisationen oder Unternehmen in Partnerkonsortien zusammen.

+ Es gibt überwiegend Wettbewerbs-Ausschreibungen mit einheitlichen Regeln und Vorgaben für die gesamte EU bzw. für den Drittstaat, der durch die Förderung unterstützt werden soll. Die am besten bewerteten Anträge werden gefördert.

+ Die Antragstellung erfolgt über Brüssel oder im jeweiligen Drittstaat.

+ Die Antragssprache ist überwiegend Englisch.

3. „Nationale Förderfonds“ wie der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) etc.

Was sind die wichtigsten Charakteristika im Bereich der „Nationalen Förderfonds“?

+ Die Förderung erfolgt dezentral, d. h. in den jeweiligen EU-Mitgliedstaaten bzw. in den Regionen gibt es nationale, regionale oder lokale Förderausschreibungen.

+ Gefördert werden nationale, regionale und lokale Projekte und Investitionen in allen EU-Mitgliedsaaten.

+ Eine Förderung von einzelnen Unternehmen bzw. Organisationen ist möglich, teilweise werden auch Einzelpersonen gefördert. Daneben gibt es auch im Bereich der „Nationalen Förderfonds“ die Förderung von Kooperationsprojekten mit einem Konsortium bestehend aus verschiedenen Partnerorganisationen.

+ Die Antragstellung erfolgt in der jeweiligen Landessprache.

Die Einteilung in die drei Fördersäulen ist etwas vereinfacht. In der Praxis ist diese Abgrenzung bzw. Zuordnung der Förderprogramme nicht immer zu 100 Prozent möglich und zutreffend. Für die meisten Förderprogramme der EU ist die dargestellte Grundstruktur aber gültig und hat sich in unserer jahrelangen Weiterbildungs- und Beratungspraxis als sehr hilfreich erwiesen.

Überlegen Sie daher immer zuerst, in welchem dieser drei Bereiche Ihre Projektidee angesiedelt sein könnte, bevor Sie die detaillierte Suche nach einem passenden Förderprogramm starten. Sie werden schnell merken, dass Sie so systematischer, schneller und erfolgreicher suchen

 

# emcra sagt DANKE!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den vielen Teilnehmenden, die bei unserer Umfrage zur Weiterentwicklung unseres Fördertipps mitgemacht haben (vgl. emcra Fördertipp vom 12.6.2019). Wir fühlen uns bestätigt und ermutigt, weiterzumachen und gleichzeitig den Fördertipp optisch und inhaltlich zu modernisieren.

Drei Teilnehmende haben eine kostenfreie Teilnahme an unserem Seminar Die neue EU-Förderperiode ab 2021 gewonnen. Alle drei wurden bereits informiert und wir freuen uns, sie im Herbst persönlich in Berlin begrüßen zu dürfen.

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