emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 10.07.2019

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Horizont 2020 wird zu Horizont Europa – jetzt informieren!:

Die Planungen zur neuen EU-Förderperiode ab 01. Januar 2021 sind im vollen Gange. Nachdem die EU-Kommission im Mai 2018 ihren Vorschlag zum Mehrjährigen EU-Finanzrahmen sowie zur Ausgestaltung der einzelnen EU-Förderprogramme dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament vorgelegt hat, kristallisieren sich immer mehr Details zu den EU-Förderprogrammen 2021-2027 heraus.

Auch das Nachfolgeprogramm zu Horizont 2020, mit dem neuen Namen Horizont Europa (engl. Horizon Europe) wird derzeit weiter diskutiert und für den Start zum 01. Januar 2021 vorbereitet. Die Erwartungen und Zielsetzungen sind dabei enorm. So äußerte sich der dafür zuständige EU-Kommissar Carlos Moedas zum Programm, „[Horizont Europa sei das] ambitionierteste europäische Forschungs- und Innovationsprogramm aller Zeiten […], das die europäische Wirtschaft stark, nachhaltig und wettbewerbsfähig machen wird und allen Regionen Europas zugutekommt.“

In der Praxis baut Horizont Europa auf den vielfältigen Erfolgen und Errungenschaften von Horizont 2020 auf. Die EU-Kommission setzt hierbei auf Kontinuität und übernimmt in ihrem Vorschlag vom 07. Juni 2018 viele bewährte Programmkomponenten. Struktur und Herangehensweise bleiben in ihrer Logik bestehen.

Der erste Pfeiler Wissenschaftsexzellenz (engl. Excellent Science) knüpft weitestgehend an die erste Säule in Horizont 2020 an und wird schwerpunktmäßig weiterhin Grundlagenforschung, Stipendien und Mobilitätsprojekte für Forscher*innen finanzieren.

Der zweite Pfeiler Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas  (engl. Global Challenges and European Industrial Competitiveness) stellt sechs Cluster in den Fördermittelpunkt: (a) Gesundheit, (b) Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft, (c) Zivile Sicherheit für die Gesellschaft, (d) Digitalisierung, Industrie und Weltraum, (e) Klima, Energie und Mobilität sowie (f) Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt. Ergänzt wird dieser Bereich durch die Gemeinsame Forschungsstelle (engl. Joint Research Center).

Inhaltlich neu soll es zukünftig in dieser Säule auch Missionen – das meint zusätzliche Schwerpunktthemen (bspw. plastikfreie Meere) – geben, die eine Fokussierung auf zentrale globale Herausforderungen ermöglichen. Hierzu wird ein sogenannter Missionsbeirat initiiert, der einzelne Themen festlegt.

Der dritte Pfeiler Innovatives Europa (engl. Innovative Europe) unterstützt alle Formen der Innovation, einschließlich bahnbrechender technologischer und sozialer Innovationen und deren schnellen Transfer in marktfähige Produkte. Konkret angesprochen werden hierbei Start-ups, KMU und Forschungseinrichtungen, für die die neuen Förderinstrumente Pathfinder und Accelerator (ehemals KMU-Instrument) bereitgestellt werden. Neu entsteht ebenfalls der Europäische Innovationsrat (engl. European Innovation Council), der als zentrale Anlaufstelle für KMU fungieren und Innovationen in Europa gezielt unterstützen soll.

Neben den drei Säulen bzw. Pfeilern wird ergänzend der Europäische Forschungsraum (engl. European Research Area) weiter gestärkt und ausgebaut.

Die finanzielle Mittelausstattung für Horizont Europa wird erst endgültig nach einer Einigung zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027 festgelegt. Die EU-Kommission hat dabei 94,1 Mrd. Euro vorgeschlagen. Horizont 2020 hatte demgegenüber im Vergleich 2014-2020 eine Mittelausstattung von etwa 77 Mrd. Euro.

Unser Tipp: Verpassen Sie nicht den Anschluss und informieren Sie sich schon jetzt über die Entwicklungen im neuen EU-Förderprogramm Horizont Europa. Eine gute Informationsquelle ist dabei die programmspezifische Webseite der EU-Kommission, die zusätzlich auch entsprechende Factsheets, Pressemitteilungen und Videos bereit hält. Jüngst veröffentlichte die EU-Kommission auch eine umfangreiche graphische Präsentation zu Horizont Europa.

Ebenso informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf ihrer programmspezifischen Webseite zu Horizont 2020 über das neue Programm Horizont Europa. Ferner beginnen auch die Nationalen Kontaktstellen mit ersten Informationsveranstaltungen zur geplanten Umsetzung von Horizont Europa.

Daneben lohnt sich aber vor allem auch der Blick auf die konkreten Erläuterungen und Verhandlungen des Rates der Europäischen Union sowie des Europäischen Parlaments zu Horizont Europa. Beide Institutionen müssen ein übereinstimmendes Verständnis über die Inhalte und über die finanzielle Ausstattung erreichen, damit Horizont Europa am 01. Januar 2021 starten kann.

 

# emcra Know-how

Wir möchten, dass unsere Fördertipp-Leser*innen gut vorbereitet in die nächste EU-Förderperiode starten. Das heißt aber nicht, dass Sie bis 2021 warten sollten. Bis 2021 stehen weiter EU-Gelder für sinnvolle Projekte und Investitionen zur Verfügung. Wichtig: Gerade zum Ende einer Förderperiode gibt es oftmals neue Pilotausschreibungen bzw. auch Veränderungen bei laufenden Programmen, wie zum Beispiel das neue ESF-Förderprogramm „Akti(F) – Aktiv für Familien und ihre Kinder“ (vgl. emcra Fördertipp vom 2. Mai 2019).

Mit neuen Förderprogrammen ändert sich das EU-Antragswissen nicht grundlegend. Alles was man jetzt lernt, kann man auch ab 2021 erfolgreich einsetzen. Unsere langjährige Trainerin Maja Friebel, die für Sie übrigens auch diesen Fördertipp verfasst hat, hatte vergangene Woche wieder 14 angehende EU-Fundraiser*innen in Berlin zu Gast, die drei spannende Seminartage zum Thema „Antragstellung und Kalkulation von EU-Projekten“ verbracht haben. Wenn Sie das auch interessant finden: Das Seminar findet das nächste Mal vom 9. - 11. Oktober 2019 statt.

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