emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 13.09.2017

emcra EU-Fördertipp
Hier erhalten Sie 14tägig kostenlos den EU-Fördertipp. Aktuelle News und vieles mehr ...

Wie Ihr Unternehmen das „KMU-Instrument“ erfolgreich für sich nutzen kann:

Das „KMU-Instrument“ ist Teil des EU-Rahmenprogramms „Horizont 2020“ und richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Wachstumsambitionen und internationaler Unternehmensstrategie. Ihr Vorteil: der Fokus der Förderung liegt auf Innovation, der Ansatz ist weitgehend themenoffen. So lauten die beiden Förderlinien zum einen „Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien“ und „Gesellschaftliche Herausforderungen“ zum anderen. Neben technologischen werden also auch nicht-technologische Ansätze, wie z. B. soziale Innovationen oder Innovationen im Dienstleistungssektor, unterstützt.

Die Grundlage für die verschiedenen Fördermöglichkeiten bildet ein drei-Phasen-Ansatz, der den gesamten Innovationszyklus von der Idee bis zur Markteinführung abdeckt.

Die Konzeptphase umfasst eine Machbarkeitsstudie, um die technologische und wirtschaftliche Rentabilität einer Innovationsidee zu belegen. Diese Studie wird pauschal mit bis zu 50.000 Euro gefördert. Es soll ein Businessplan entstehen, der die Grundlage für eine Bewerbung für die zweite Phase bildet. Antragstellende KMU können auch direkt in die zweite, die sogenannte Entwicklungsphase einsteigen, in welcher Demonstrations- und Testverfahren sowie die Entwicklung zur Marktreife mit ca. 0,5 bis 2,5 Mio. Euro gefördert werden. Die finale Markteinführungsphase sieht indirekte Unterstützungsmaßnahmen vor, um den Markteintritt zu erleichtern – u. a. durch Schulungen, Wissensaustausch und zusätzliche Dienstleistungen wie die Unterstützung der Investitionsbereitschaft und den Zugang zu Risikofinanzierungsinstrumenten.

Unser Tipp: KMU können Anträge bis zum jeweiligen Stichtag jederzeit einreichen. Die letzten Stichtage für dieses Jahr enden für die erste Phase am 07. November 2017 und für die zweite Phase am 18. Oktober 2017. Die darauffolgenden Stichtage im „KMU-Instrument“ stehen noch nicht fest und werden voraussichtlich im Oktober 2017 veröffentlicht.

Ab 2018 soll der drei-Phasen-Ansatz sowie das Prinzip der laufenden Antragstellung und der Bewertung der Anträge nach den jeweiligen Stichtagen, den „cut-off-dates“, fortgeführt werden.

Die themenoffene Ausrichtung ist Chance und Herausforderung für Unternehmen zugleich. Bisher mussten sich Antragstellende in Branchen wie z. B. Informations- und Kommunikationstechnologie, Nano- und Biotechnologie, Verkehr, Gesundheit, Energie oder neue Geschäftsmodelle zuordnen. Mit dem themenoffenen Ansatz haben KMU nun mehr Aussichten, erfolgreich einen Antrag einzureichen. Andererseits müssen die Antragstellenden mit einem noch größeren Wettbewerb beim „KMU-Instrument“ rechnen.

Unterstützung bei der Antragsvorbereitung bieten u. a. die Nationalen Kontaktstellen (NKS), welche Informationsveranstaltungen und Antragswerkstätten anbieten. Zudem können Unternehmen in einigen Bundesländern (u. a. Brandenburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) für die Antragstellung in „Horizont 2020“ eine finanzielle Unterstützung in Form eines Innovationsgutscheins bzw. einer Prämie beantragen.

Eine weitere Änderung ab 2018 betrifft die Antragstellung in der Entwicklungsphase. Unternehmen, die einen erfolgreichen Antrag stellen, durchlaufen zukünftig ein zweistufiges Verfahren und werden zu sogenannten „Pitching Interviews“ nach Brüssel eingeladen. Die deutsche Nationale Kontaktstelle hat auf die neuen Anforderungen reagiert und angekündigt, ab dem nächsten Jahr vorbereitende Webinare für alle KMU anzubieten, die zu einem „Pitching Interview“ eingeladen werden.

Wenn Sie sich vertiefend in die Regularien des „KMU-Instrument“ einarbeiten möchten, finden Sie hierzu Informationen auf dem Informationsportal der Nationalen Kontaktstelle KMU. Darüber hinaus können Sie die Ergebnisse und Förderquoten aus den vergangenen Förderrunden recherchieren.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Website der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen oder auf der englischsprachigen „Horizont 2020“-Website der Europäischen Kommission.

Zurück