EU-Projekte in Belgrad, Kairo, Istanbul oder Montreal umsetzen! Jetzt und in der nächsten EU-Förderperiode ab 2021

17.06.2020, 10:05

Die Europäische Union finanziert nicht nur Projekte innerhalb ihrer eigenen Unionsgrenzen, sondern fördert jährlich vielfältige Projekte in der ganzen Welt. Für die laufende Förderperiode 2014-2020 stehen insgesamt etwa 58 Mrd. Euro bereit. Dieses Budget ist noch nicht ausgeschöpft.

Es werden aktuell immer wieder interessante Ausschreibungen für Projektvorhaben weltweit veröffentlicht. Daher lohnt sich ein Blick in die zentrale Ausschreibungsdatenbank e-Calls PROSPECT der Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (DG DEVCO; Link s. u.).

Themen der aktuellen Ausschreibungen sind z. B.: Medien in Armenien; Verbesserung der Qualität der Berufs- und Ausbildung in der Türkei; Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Indonesien, Thailand und Neuseeland; Förderung des Ökotourismus in Botswana oder die Unterstützung von Start-ups und kleinen bzw. mittelständigen Unternehmen (KMU) in Nordmazedonien zur Stärkung der lokalen Wirtschaftstätigkeit.

 

Unser Tipp: Organisationen oder Unternehmen, die sich für EU-Außenhilfeprojekte interessieren, sollten sich zeitnah auch über die neue Förderperiode 2021-2027 und die „neuen“ EU-Außenhilfeinstrumente informieren. Denn in diesem Bereich erwartet uns im kommenden Jahr eine Neustrukturierung.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob das bestehende System aufgelöst wird. Einige Außenhilfeinstrumente werden zusammengeführt, neue Instrumente geschaffen und – das ist besonders erfreulich – das Budget wird deutlich erhöht. So möchte die EU-Kommission im Zeitraum 2021-2027 ca. 118 Mrd. Euro für die EU-Budgetlinie „Nachbarschaft und die Welt“ zur Verfügung stellen. Im Vergleich zur laufenden Förderperiode stellt dies eine Verdoppelung des Budgets dar.

Die Außenhilfeförderung soll sich zukünftig auf sechs EU-Außenhilfeinstrumente konzentrieren. Bestehen bleiben die bewährten Instrumente Instrument für Heranführungshilfe (Instrument for pre-Accession Assistance), das Instrument für humanitäre Hilfe (Humanitarian Aid Instrument), das Instrument für nukleare Sicherheit (Nuclear Safety Instrument) sowie die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (Common Foreign and Security Policy).

Neu – aber eigentlich doch nicht so richtig neu – wird das zentrale Instrument für Nachbarschaft, Entwicklung und internationale Zusammenarbeit (Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument – NDICI) sein. Dieses Instrument bildet den Kern der Außenhilfeinstrumente und vereint viele bis dahin eigenständige Finanzinstrumente unter einem Dach. Innerhalb des NDICI finden wir die Struktur der bewährten geographischen und thematischen Säulen wieder, sowie eine Säule zur Krisenreaktion und ein Flexibilitätspolster, um kurzfristig auf neue globale Herausforderungen und Prioritäten reagieren zu können.

Ein weiteres neues Außenhilfeinstrument stellt das Instrument zur Zusammenarbeit mit den überseeischen Ländern und Gebieten (Overseas Countries and Territories) dar. Damit sollen die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der EU zu diesen Gebieten gestärkt werden.

Im Zuge der COVID-19 Pandemie und mit dem von der EU-Kommission jüngst vorgestellten einmaligen Notfallinstrument Next Generation EU möchte die EU auch Solidarität mit ihren Partnern weltweit zeigen (vgl. emcra Fördertipp vom 3. Juni 2020).

Es ist z. B. geplant, innerhalb des NDICI eine neue Garantie für auswärtiges Handeln zu errichten, um weltweite Partnerländer, die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation unterstützen zu können. Daneben sollen kleine und mittlere Unternehmen finanziell unterstützt und Investitionen in Projekte zur erneuerbaren Energie sowie in lokale Gesundheitssysteme ermöglicht werden. Die EU möchte zudem das Instrument für humanitäre Hilfe aufstocken, um bedarfsorientiert besonders schwer von der COVID-19 Pandemie betroffene Regionen zu unterstützen. Zusätzlich soll innerhalb des Instruments für Heranführungshilfe die finanzielle Unterstützung für die Länder des Westbalkans (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien und Serbien) auf 12,9 Mrd. Euro erhöht werden.

Insgesamt bietet der Bereich der EU-Außenhilfe zahlreiche Chancen und Potentiale für international tätige Organisationen und Unternehmen. Eine Mittelaufstockung ab 2021 ist gewiss. Die genaue Höhe und die genaue Budgetverteilung stehen zwar noch nicht fest, dennoch lohnt es schon jetzt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn für eine erfolgreiche Antragstellung benötigen Sie nicht nur eine gute Projektidee, sondern auch Kontakte zu verlässlichen Projektpartnern in Ihrer Zielregion sowie ein schlüssiges Projektkonzept. In der Regel besteht das Antragsprozedere bei EU-Außenhilfeprojekten zuerst aus einer sogenannten „Concept Note“. Erst wenn Sie diese Hürde genommen haben, können Sie einen Vollantrag einreichen. Wichtig: Ohne gute Concept Note haben Sie keine Chance, die zweite Runde zu erreichen. Am besten Sie starten jetzt und profitieren dann sieben Jahre lang von den EU-Fördermöglichkeiten der kommenden Finanzperiode.

Link zur Ausschreibungsdatenbank: e-Calls PROSPECT

Link zur Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung: DG DEVCO

 

#emcra und der Rest der Welt

Seit Beginn unserer Tätigkeit unterstützen wir Organisationen auf ihrem Weg über die EU-Außengrenzen hinaus. Unsere Antragsberatung hat viele Millionen Euro für sinnvolle Projekte in der ganzen Welt generiert. Fast 20 Jahre EU-Außenhilfe-Know-how haben wir jetzt neu in unserem Seminar EU-Projekte weltweit umsetzen – Projektentwicklung und Antragstellung für die EU-Außenhilfeinstrumente für Sie gebündelt. Das Seminar kann auch als Zusatzmodul zu unserer Weiterbildung EU-Fundraiser*in gebucht werden (100 % Förderung möglich). Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Der Bereich der EU-Außenhilfe ist auch Thema bei unserem Kompaktseminar „Die neue EU-Förderperiode ab 2021“ am 26. Juni 2020. Diesen Online-Seminartag haben wir kurzfristig zusätzlich ins Programm genommen, weil der Seminartag am 29. Juni 2020 bereits ausgebucht ist. Nutzen Sie die Chance und informieren Sie sich zeitnah und umfassend über die neuen Fakten zur EU-Förderperiode 2021 bis 2027. Bei Interesse melden Sie sich bitte möglichst schnell an. Weitere Informationen und die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

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