emcra EU-Fördertipp

Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 06.08.2025

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Über den Tellerrand - Internationalisierung mit Plan:

Der Wunsch nach mehr internationaler Zusammenarbeit wächst – nicht nur in großen Organisationen oder Hochschulen, sondern auch bei Trägern aus der Zivilgesellschaft, der Sozialwirtschaft und im Bildungsbereich. Und das aus gutem Grund: In einer zunehmend vernetzten Welt stehen auch lokale Organisationen vor globalen Herausforderungen. Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Migration, gesellschaftlicher Zusammenhalt oder Fachkräftesicherung lassen sich heute kaum noch isoliert betrachten – sie betreffen und verbinden Akteure über Ländergrenzen hinweg.

Internationale Projekte ermöglichen es, voneinander zu lernen, neue Perspektiven einzunehmen und innovative Lösungsansätze gemeinsam zu entwickeln. Sie eröffnen Zugang zu neuen Zielgruppen und Finanzierungsquellen, stärken die Sichtbarkeit Ihrer Organisation und fördern den professionellen Austausch auf Augenhöhe. Nicht zuletzt erhöht internationale Zusammenarbeit auch die Resilienz Ihrer Organisation: Wer in mehreren Förderlogiken denkt und grenzüberschreitend arbeitet, z. B. neben nationaler Förderung auch EU-Fördermittel nutzt, ist unabhängiger von kurzfristigen Veränderungen in der nationalen Förderlandschaft oder Politik.

Gleichzeitig wissen wir: Der Schritt zur Internationalisierung ist für viele Organisationen mit Unsicherheiten verbunden. Es fehlen häufig Zeit, Ressourcen oder schlicht der Einstieg. Genau hier setzt unser heutiger Fördertipp an. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Internationalisierung als Teil Ihrer Organisationsentwicklung begreifen können – strategisch, praxistauglich und mit konkreten Werkzeugen zur Umsetzung.

Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse unseres EU-Projekts upgrade2europe, die speziell für kleine und mittlere Organisationen und (Sozial-)Unternehmen entwickelt wurden. Es bietet praxisorientierte Tools, mit denen Sie die europäische Öffnung Ihrer Organisation Schritt für Schritt planen und umsetzen können. Ergänzt wird dieser Überblick durch vier fundierte Tipps aus unserer Beratungspraxis – damit Sie Ihre europäische Zukunft mit klarem Kompass gestalten können.

 

Unser Tipp: 

Die europäische Zusammenarbeit eröffnet Organisationen im gemeinnützigen, bildungsbezogenen und sozialen Bereich vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten – von fachlichem Austausch über neue Fördermittel bis hin zur Positionierung als innovativer Akteur auf europäischer Ebene.

Wichtig ist, Internationalisierung nicht als Einzelprojekt, sondern als Teil der eigenen Organisationsentwicklung zu verstehen. Wer diesen Prozess strukturiert angeht, schafft langfristige Perspektiven – für sich selbst, das Team und die Menschen, mit denen man arbeitet.

 

Internationalisierung beginnt mit Organisationsentwicklung

Internationalisierung betrifft nicht nur die Projektabteilung, sondern die gesamte Organisation. Es reicht nicht aus, einfach einen Antrag zu stellen oder europäische Partner zu gewinnen. Vielmehr ist es entscheidend, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, was „international arbeiten“ für Ihre Organisation bedeutet – und welche strukturellen und kulturellen Veränderungen dafür notwendig sind.

Das EU-Projekt upgrade2europe bietet ein kostenfreies Self-Assessment-Tool, mit dem Sie die internationale Entwicklung Ihrer Organisation systematisch reflektieren können. Es unterstützt Sie, zentrale Fragen zu beantworten: Wie gut sind Ihre internen Strukturen auf europäische Zusammenarbeit vorbereitet? Gibt es Prozesse, die für eine mehrsprachige oder interkulturelle Zusammenarbeit angepasst werden müssen? Verfügen Sie bereits über Erfahrungen in EU-Projekten – oder muss dieses Wissen erst aufgebaut werden?

Viele Organisationen stellen fest, dass sie in bestimmten Bereichen bereits gut aufgestellt sind (beispielsweise in der Kommunikation oder inhaltlichen Expertise), während es in anderen Bereichen – wie IT-Infrastruktur, Sprachkompetenz oder Entscheidungsprozessen – Entwicklungspotenzial gibt. Dieses Bewusstsein ist ein wichtiger erster Schritt, um gezielt Maßnahmen zu planen.

Ein Beispiel: Eine gemeinnützige Bildungsinitiative aus Niedersachsen nutzte das Self-Assessment und stellte fest, dass ihre internen Abstimmungsprozesse zu zeitaufwendig für internationale Projektarbeit waren. Daraufhin wurde ein kleines, bereichsübergreifendes Projektteam mit klaren Zuständigkeiten eingerichtet. Heute ist die Organisation in zwei Erasmus+-Projekten aktiv – und profitiert spürbar von der veränderten internen Struktur.

 

Setzen Sie klare Ziele – und wählen Sie passende Formate

Internationalisierung ist kein Selbstzweck. Um sie wirksam und nachhaltig umzusetzen, sollten Sie sich im Vorfeld bewusst machen, was Ihre Organisation konkret erreichen möchte.

Vielleicht geht es Ihnen darum, Fachwissen aus anderen Ländern zu integrieren oder innovative Lösungsansätze kennenzulernen. Möglicherweise möchten Sie neue Zielgruppen ansprechen, Ihre Angebote europaweit positionieren oder zusätzliche Finanzierungsquellen erschließen. Andere Organisationen nutzen europäische Projekte gezielt zur fachlichen Profilbildung, zur Professionalisierung ihres Personals oder zum Aufbau langfristiger Partnerschaften.

Die Zielsetzung beeinflusst maßgeblich, welche Programme oder Kooperationsformen für Sie in Frage kommen. Möchten Sie zunächst niedrigschwellig einsteigen, bieten sich zum Beispiel die kleinen Partnerschaften bei Erasmus+ an, u. a.  im Bereich Erwachsenenbildung. Wenn Sie bereits Erfahrung mit internationalen Projekten haben und innovationsorientiert arbeiten möchten, kann ein Projekt im Rahmen von Horizon Europe eine geeignete Option sein.

Es empfiehlt sich, ein kurzes internes Strategiedokument zu erarbeiten, das Ihre Ziele, Erwartungen und Ressourcen im Kontext von Internationalisierung bündelt. Ein solches Dokument – auch wenn es zunächst nur zwei Seiten umfasst – schafft Klarheit im Team, erleichtert die externe Kommunikation und dient als Basis für eine strukturierte Entwicklung.

 

Bauen Sie Ihr Netzwerk systematisch auf – und pflegen Sie Ihre Beziehungen

Erfolgreiche internationale Projektarbeit basiert auf stabilen, belastbaren Beziehungen – nicht auf kurzfristigen Zufällen. Daher ist es wichtig, gezielt in Netzwerkaufbau und Sichtbarkeit zu investieren.

Präsentieren Sie Ihre Organisation auf relevanten Plattformen wie EPALE (für Erwachsenenbildung), SALTO Youth (für Jugendarbeit) oder dem Funding & Tenders Portal der EU. Sichtbarkeit auf diesen Plattformen unterstützt Ihre Außenwahrnehmung als verlässlicher Projektpartner.

Darüber hinaus bieten viele Nationale Agenturen, Fachstellen und EU-Infopunkte regelmäßig Online-Vernetzungstreffen und Informationsveranstaltungen an. Diese Formate eignen sich hervorragend, um potenzielle Partnerorganisationen kennenzulernen, Projekte anderer Akteure zu verstehen und in informellen Gesprächen Kooperationsideen zu entwickeln.

Ein Praxisbeispiel: Eine mittelgroße deutsche Stiftung nutzt das EPALE-Portal zur gezielten Partnersuche. Aus dem Kontakt mit einer spanischen NGO entstand eine Kooperation im Bereich digitale Inklusion, die heute als Projektpartnerschaft über Erasmus+ gefördert wird – mit messbarem Mehrwert für beide Organisationen.

 

Verankern Sie internationale Kompetenzen im Team

Ein häufiger Stolperstein in der Internationalisierung: Die gesamte Erfahrung, das Netzwerk und das Wissen zu EU-Projekten liegen bei einer einzelnen, besonders engagierten Person. Sobald diese Person die Organisation verlässt oder ausfällt, drohen Stillstand und Abhängigkeit.

Deshalb ist es wichtig, internationale Kompetenzen systematisch im Team zu verankern. Planen Sie gezielte Fortbildungsmaßnahmen zu Themen wie Projektmanagement, Antragstellung, englischsprachiger Kommunikation oder digitalen Tools. Organisieren Sie interne Lernformate – etwa kurze Impuls-Workshops oder Tandemstrukturen, in denen Wissen aus laufenden Projekten weitergegeben wird. Auch die Einbindung internationaler Arbeit in Stellenbeschreibungen oder Zielvereinbarungen stärkt die Verbindlichkeit.

Zudem empfiehlt es sich, neue Mitarbeitende frühzeitig mit den europäischen Aktivitäten Ihrer Organisation vertraut zu machen – etwa durch mehrsprachige Onboarding-Materialien oder Einblicke in internationale Partnerschaften.

Projekte wie upgrade2europe bieten eine gute Grundlage, um gemeinsam mit dem Team an diesen Entwicklungsschritten zu arbeiten – etwa im Rahmen eines Strategietages oder eines Workshops zur Förderfähigkeit Ihrer Organisation. So entsteht eine tragfähige Kultur der Zusammenarbeit, die auch internationale Kooperationen langfristig absichert.

 

Wir wünschen Ihnen grenzenlosen Erfolg beim Sprung Ihrer Organisation in internationale Gewässer! :)

 

#emcra_international

Internationalisierung ist kein Schlagwort für uns – sondern ein gelebter Alltag. Seit vielen Jahren arbeiten wir bei emcra mit Partnerorganisationen in ganz Europa zusammen, entwickeln gemeinsam neue Projektideen und bringen unsere Perspektive in europäische Förder- und Innovationsprozesse ein.

In den letzten Jahren waren wir u. a. in Projekten zu den Themen Organisationsentwicklung, strategische Internationalisierung, Projektmanagement und Führung tätig – z. B. mit upgrade2europe oder dem INCLUDE-Projekt. Was wir dort lernen, nehmen wir direkt mit in unsere Weiterbildungen und Beratungen. Denn genau das ist unser Anspruch: Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern es selbst auch laufend weiterzuentwickeln – in der Praxis, auf europäischer Bühne, mit echten Herausforderungen.

Natürlich sind wir bei emcra dabei auch selbst lernende Organisation. Internationale Projektarbeit bedeutet nicht nur Reisefreude und Vernetzung, sondern auch unklare Ausschreibungen, komplexe Abrechnungen, kulturelle Missverständnisse und knappe Deadlines. All das gehört dazu – und all das fließt in unser Know-how ein, das wir mit unseren Teilnehmer:innen, Alumni und Beratungskund:innen teilen.

Internationale Zusammenarbeit bedeutet für uns: weiterdenken, miterleben, mitgestalten. Und dabei offen bleiben für das, was aus Europa auf uns zukommt – mit allen Chancen und Herausforderungen.

Als Einstieg in Ihre Internationalisierung passt insbesondere unser Grundlagenseminar Fördermittel 101. An einem Seminartag, live in Farbe und vor Ort bei emcra in Berlin, verschaffen wir uns gemeinsam mit Ihnen einen Überblick über die gesamte Förderlandschaft in Deutschland und Europa, schnuppern praxisorientiert in das Thema Antragstellung hinein und beschäftigen uns mit den strategischen Möglichkeiten und Herausforderungen von Fördermitteln für Ihre Organisation. Nach dem Tag können Sie gut entscheiden, ob und in welchem Umfang EU-Förderung für Sie in Frage kommt - am besten parallel zu nationalen Förderprojekten.

Übrigens werden wir auch bei der kommenden Fachtagung der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung im November in Berlin unser upgrade2europe-Projekt und dessen Ergebnisse als “good practice” vorstellen. Auch dort wird natürlich das Thema Internationalisierung nicht zu kurz kommen!

 

Haben Sie Interesse oder Fragen zu diesen Angeboten? Bitte kontaktieren Sie uns direkt (030/ 3180 1330) oder per E-Mail an info@emcra.eu. Wir informieren Sie auch gerne über die umfassenden Fördermöglichkeiten, um Ihre Teilnahme an unseren Weiterbildungen zu ermöglichen. Ihre Teilnahme kann bis zu 100 % gefördert werden. Die geförderte Teilnahme ist auch berufsbegleitend möglich, wobei der Arbeitgeber zusätzlich zur Weiterbildungsförderung einen Lohnkostenzuschuss erhalten kann.

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