Aktueller emcra EU-Fördertipp vom 14.01.2026

Das Jahr 2026 bringt für Organisationen, Unternehmen, Berater:innen und Fachkräfte eine Vielzahl an Herausforderungen und neue Chancen. Die Entwicklung in den Themengebieten Fördermittelpolitik, Fundraising und Organisationsentwicklung nimmt weiter an Tempo zu. Der Schub kommt vor allem aus den Bereichen Digitalisierung und KI sowie durch den Wandel gesellschaftlicher Erwartungen und politischer Rahmenbedingungen in Deutschland, Europa und der Welt. Wer sich heute strategisch, technologisch und kompetenzbasiert auf die anstehenden Entwicklungen ausrichtet, wird 2026 und in den folgenden Jahren gut bestehen können. Dabei sind wir als Einzelpersonen genauso angesprochen wie als Organisationen.
Worauf kommt es an? Zuerst einmal sollten wir uns mit den aktuellen Trends näher beschäftigen und überlegen, welche Folgen sich daraus für uns und unsere Organisationen ableiten lassen. Dazu mehr in den Tipps weiter unten. Parallel ist wichtig, dass wir uns und unsere Organisationen besser auf verschiedene mögliche Zukünfte vorbereiten. Wir müssen angemessen reagieren können, egal was 2026 und die folgenden Jahre mit sich bringen. Das bedeutet insbesondere: weniger planen und mehr Zeit und Ressourcen in die eigene Reaktionsfähigkeit investieren. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, sich bietende Chancen zeitnah zu nutzen, Risiken möglichst proaktiv zu antizipieren und die davon ausgehenden Gefahren abzuschwächen.
Wir greifen in diesem Fördertipp wichtige Trends aus den Bereichen Fundraising, Fördermittel und Organisationsentwicklung auf und leiten konkrete Handlungsoptionen ab. Wir hoffen, Ihnen damit ein wenig Rückenwind zu geben – damit Sie, Ihre Lieben und Ihre Organisation dem kommenden Jahr zuversichtlich entgegensehen können.
Das gesamte emcra-Team wünscht Ihnen ein schönes und erfolgreiches Jahr 2026. Es wäre schön, wenn wir Sie dabei begleiten dürfen.
Unser Tipp: In den folgenden Tipps geht es darum, den richtigen Finanzierungsmix für 2026 und die nächsten Jahre zu finden sowie parallel die strukturellen Voraussetzungen und das nötige Know-how zu schaffen, um erfolgreich wirtschaften zu können.
Fundraising 2026
Der zentrale technologische Treiber im Fundraising ist und bleibt die Künstliche Intelligenz. Wer in 2026 im Spendenmarkt bestehen will, sollte KI-gestützte Personalisierung, Spendendaten-Analyse und Automatisierung nicht nur kennen, sondern gezielt für Segmentierung, Spender:innenansprache und Kampagnenführung einsetzen. KI hilft vor allem dabei, Zielgruppen feiner zu unterscheiden und damit z. B. innovative Mikrokampagnen oder Peer-to-Peer-Ansätze zu gestalten.
Im Hinblick auf die Beantragung bei Stiftungen gilt: Durch KI-basierte Antragstools hat die Anzahl an eingereichten Förderanträgen stark zugenommen. Dieser Trend wird sich 2026 voraussichtlich fortsetzen. Was folgt aus der absehbaren Antragsflut? Nur wirklich kreative, originelle Projekte heben sich noch ab. Um einen Unterschied zu machen, werden Aspekte wie Wirkungsorientierung, Individualität und Storytelling wichtiger.
Daraus folgt: Um überhaupt weiter mithalten zu können, sollte Know-how in KI, Datenanalyse und digitaler Kommunikation als neue Grundfertigkeiten im Bereich Fundraising breit weiterentwickelt werden. Wichtig ist dabei, die KI-Tools als Werkzeuge für denkende Menschen zu begreifen und kreative Prozesse nicht völlig zu mechanisieren. Der Kompetenzerwerb und die Kreativität echter Menschen dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Denn wenn alle mit KI bessere Anträge stellen können, dann werden Geldgeber zwangsläufig umschwenken und echte menschliche Kreativität und innovative Ideen weitaus stärker einfordern. Paradoxerweise kann die KI-Revolution im Bereich Fundraising dazu führen, dass parallel eine „Vermenschlichung“ stattfindet. Organisationen, die meinen, dass mit der KI-Maschine die goldene Zukunft für sie beginnt, könnten schneller, als ihnen lieb ist, erkennen, dass alle ihre Anträge und Kampagnen zwar qualitativ viel besser sind als noch vor fünf Jahren und trotzdem weniger Fundraising-Einnahmen auf dem Konto zu verzeichnen sind. Denn nur Menschen können einen echten Unterschied machen.
Fördermittel 2026
Zwei Aspekte möchten wir im Bereich öffentliche Förderung hervorheben. Die Vorbereitung auf die nächste EU-Förderperiode ab 2028 und - nicht überraschend - auch hier den Einfluss der KI auf den Fördermittelsektor.
Zuerst zur EU. Bevor die neue EU-Förderperiode startet, sollten alle, die sich bisher noch wenig mit der EU als Förderakteur befasst haben, folgendes wissen: Auch in den Jahren 2026 und 2027 fließen umfangreiche EU-Fördermittel. Die EU-Mittel gehen nur in einzelnen EU-Förderbereichen gegen Ende einer Förderperiode zur Neige (mehr zu den unterschiedlichen EU-Förderbereichen finden Sie hier). Parallel gibt es zum Ende einer jeden siebenjährigen Förderperiode Restmittel, die nach innovativen Projektideen suchen. Nicht selten sehr kurzfristig. Wer über das nötige EU-Know-how und ein gutes persönliches Netzwerk verfügt, kann von neuen EU-Förderchancen profitieren, die auch eine KI nicht vorhersehen kann.
Wir bieten unsere zertifizierte Weiterbildung zur EU-Fundraiser:in seit mehr als 20 Jahren an und haben bereits mehrere Übergänge von EU-Förderperioden begleitet. Für Menschen, die sich jetzt zu EU-Fördermittelexpert:innen weiterbilden, gilt: Sie profitieren von dem Wissen jetzt und bis mind. 2034. Mit unserer Erfahrung können wir gut beurteilen, was sich ändert und was gleich bleibt.
Jetzt zur Künstlichen Intelligenz: Vieles, was oben bereits im Hinblick auf das Fundraising bei Stiftungen beschrieben wurde, gilt analog auch im Bereich Fördermittel. Sowohl Antragstellende als auch fördermittelvergebende öffentliche Stellen investieren immer mehr in KI. Die Folgen sind: Noch mehr und hochwertigere Förderanträge, aber auch immer mehr mittelmäßige “copy-paste-Bullshit-Projekte”. Parallel wird KI auf der Vergabeseite flächendeckend eingeführt - automatisierte Vorprüfungen und strengere Auswahlkriterien sind die Folge. Auf welchem neuen Level die Branche sich einpegeln wird, kann niemand aktuell seriös prognostizieren. Es gilt auch hier: Ohne KI wird es in Zukunft nicht mehr gehen, aber nur mit KI ist man als Antragsteller:in ebenfalls auf verlorenem Posten. Ein Ausweg: Klasse statt Masse als Devise bei der Antragsentwicklung, klare Positionierung bei Förderanträgen auf die eigenen Kompetenzbereiche, in denen bereits sichtbare Wirkung nachgewiesen werden kann, und keine Angst vor „verrückten“ Ideen.
In Zukunft gilt: Gute Anträge können immer mehr Menschen stellen. Wenn alle “gut” sein können, dann setzt sich “sehr gut” durch. Um sehr gut zu sein, kann man KI gebrauchen, aber den Unterschied machen auch hier wieder Menschen. Das sind insbesondere Expert:innen, die die Fehler, die Large Language KI-Modelle zwangsläufig auch in Zukunft machen werden, erkennen und herausfiltern können. Fazit: Expertise und Erfahrung in mind. einem Fachgebiet, gekoppelt mit einem fundierten Fördermittelwissen, sind auch in Zukunft der Schlüssel zu einer erfolgreichen Karriere im Bereich öffentliche Fördermittel.
Organisationsentwicklung 2026
Der rasche Wandel von Märkten, Politik und Gesellschaft verlangt Organisationen im Jahr 2026 weiterhin viel Anpassungsfähigkeit ab. Neue Krisen kommen – ob politisch, wirtschaftlich oder sozial. Wir wissen nur nicht wann. Organisationale Resilienz wird zum kritischen Erfolgsfaktor und reicht weit über die klassische Krisenprävention hinaus. Resiliente Organisationen entwickeln Szenarien, fördern eine ausgeprägte Fehlerkultur und etablieren Routinen zur Selbstreflexion, um aus Rückschlägen aktiv zu lernen und Veränderungen ohne Angst entgegenblicken zu können. Das Ziel: nicht nur überleben, sondern gestärkt aus Herausforderungen hervorgehen.
Ein besonders dynamischer Hebel für Ihre Zukunftsfähigkeit ist die Stärkung der Selbstorganisation. Organisationen, die Verantwortung auf möglichst viele Schultern verteilen und partizipative, agile Arbeitsmodelle etablieren, reagieren schneller und flexibler auf neue Anforderungen. Wer dagegen in Unternehmen oder Organisationen arbeitet, wo in herausfordernden Zeiten als Erstes die Weiterbildungsbudgets zusammengestrichen werden, arbeitet mit einem Damoklesschwert über dem Kopf. Dann ist Vorsicht geboten. Zukunftsfähige Organisationen investieren 2026 in digitale Lernplattformen, Feedbacksysteme und gezielte Weiterbildungsangebote. Wo Wissen und Kompetenzen ständig wachsen und alle Mitarbeitenden an der Gestaltung und Umsetzung von Veränderungen beteiligt werden, bilden sich die Organisationen der Zukunft heraus.
Daraus folgt: Wer die eigenen Organisationen in 2026 weiterentwickeln will, setzt auf Gemeinschaft. Führungsaufgaben verteilen, Teilhabe fördern, Eigenverantwortung und dezentrale Entscheidungen zur Regel machen – dieser Dreiklang macht nicht nur robust, sondern schafft die Basis, zukunftsorientiert agieren zu können. In unserem INCLUDE Ansatz und in unserer zertifizierten Leadership Weiterbildung zeigen wir praxisnah, wie auch Ihre Organisation Schritt-für-Schritt resilienter, inklusiver und selbstorganisierter werden kann.
Gesellschaft und Politik 2026
Mehr Sicherheit in unsicheren Zeiten. Wer wünscht sich das nicht? Was bedeutet das konkret in den Bereichen Fundraising, Förderung und Organisationsentwicklung in 2026 und in den nächsten Jahren?
Nun - es ist leichter zu identifizieren, was keine Sicherheit schafft. Z. B. wer sich als Organisation nur auf ein oder wenige Förderprogramme oder bloß eine Förderebene (EU, Bund, Länder, Kommune) konzentriert, läuft Gefahr, plötzlich ganz ohne Förderung dazustehen.
Die Fokussierung auf eine Strategie, eine Kernkompetenz, etc., die uns viele betriebswirtschaftlich geschulte Unternehmensberater:innen empfehlen, funktioniert hervorragend in einem sicheren Umfeld. In einem unsicheren Umfeld werden dagegen bewusste Redundanzen und Mehrgleisigkeit immer wichtiger, selbst wenn diese zuerst etwas mehr kosten.
Daraus folgt für Ihre Organisation bzw. Ihr Unternehmen:
Bei Unsicherheiten, Fragen, Gegenargumenten zu den vorgenannten Punkten am besten hier anmelden. Es lohnt sich.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Gesundheit und Mut für 2026.
#emcra_2026_ein_Ausblick
Wir müssen uns auch den im Fördertipp genannten Trends und Herausforderungen stellen. Ein Fokus liegt bei emcra schon seit Längerem auf unserer Reaktionsfähigkeit – sowohl was Chancen als auch was Herausforderungen angeht.
Ende 2025 waren wir v. a. stolz darauf, dass es uns zusammen mit der Agentur Zielgenau gelungen ist, innerhalb von wenigen Wochen 18 Fördermittelseminare an verschiedenen Orten in Deutschland zu organisieren und durchzuführen. Das Feedback der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt als Auftraggeberin und der mehreren Hundert teilnehmenden Ehrenamtlichen war sehr positiv.
Was passiert in 2026?
Zuerst möchten wir Jochen Nünning bei uns herzlich im Team begrüßen. Jochen übernimmt u. a. das Projektmanagement in unserem ESF+ Projekt Die inklusive Organsation der Zukunft.
Am vergangenen Freitag sind wir mit einem KI-Workshop für das gesamte emcra-Team in das neue Jahr gestartet. Daraus entstehen jetzt mehrere kleine und auch größere interne Projekte. Ganz besonders hat uns gefreut, dass wir jetzt einen Plan haben, wie wir KI bei emcra DSGVO-konform und auf europäischen Servern gehostet einsetzen können.
Bei unserer internen Organisationsentwicklung gehen wir in 2026 weitere Schritte beim Aufbau einer inklusiven, auf den Grundsätzen unseres eigenen INCLUDE Ansatzes basierenden, soziokratischen Organisationsform. Wer mehr über die Soziokratie lernen möchte, kann das gerne bei uns tun. Durch die Zusammenarbeit mit dem Soziokratiezentrum Österreich können wir das notwendige soziokratische Know-how auf Top-Niveau anbieten (100 % Förderung möglich).
Was sonst noch auf uns und Euch zukommt:
Wir suchen auch in diesem Jahr neue emcra-Teammitglieder, die unseren Weg aktiv mitgestalten möchten. Jochen wird nicht das einzige neue Gesicht im emcra-Team in 2026 sein :-).
Haben Sie Interesse oder Fragen zu diesen Angeboten? Bitte kontaktieren Sie uns direkt (030/ 3180 1330) oder per E-Mail an info@emcra.eu. Wir informieren Sie auch gerne über die umfassenden Fördermöglichkeiten, um Ihre Teilnahme an unseren Weiterbildungen zu ermöglichen. Ihre Teilnahme kann bis zu 100 % gefördert werden. Die geförderte Teilnahme ist auch berufsbegleitend möglich, wobei der Arbeitgeber zusätzlich zur Weiterbildungsförderung einen Lohnkostenzuschuss erhalten kann.